Sunday, February 28. 2010
 'Nur das halbe Leben' ist das erste Buchprojekt, das ich im Rahmen meines neu gegründeten Verlags Edition Einhorn (unter tätiger Mithilfe von Manuel Graf verwirklicht habe.
Es ist eine Anthologie mit Texten aus 40 Jahren Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, die ich mit Holz- und Linolschnitten illustriert habe.
Das Buch ist gerade in der Druckerei und wird am 19. März ausgeliefert. Zur Feier der Neuerscheinung möchte ich alle Freunde, Bekannte und Leser von 'Kunst gegen den Strich' einladen:
Vernissage: Freitag, 19. März 2010, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung 'Nur das halbe Leben' mit den Originalen der Holz- und Linolschnitten aus dem gleichnamigen Buch im Kulturkeller Schwanthalerhöhe im Münchner Westend. (Westendstraße 76 Rgb., 80339 München, Tram 19 Richtung Pasing oder U5 Richtung Laimer Platz).
Lesung: Freitag, 19. März 2010, 20 Uhr
Ab 20 Uhr: Buchvorstellung 'Nur das halbe Leben' mit Lesung. Autorinnen und Autoren des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt stellen ernst und heiter die Arbeitswelt vor. Die Veranstaltung ist der Auftakt zum 40jährigen Bestehen des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt und der Werkstatt München. Der Eintritt ist frei.
Ausstellung: 20. bis 28. März 2010
Die Bilder sind im Kulturkeller bis zum 28. März zu den Öffnungszeiten des Kulturkellers zu sehen.
Das Buch haben wollen
Das Buch kann man bestellen. Auf Editioneinhorn.de
Sunday, February 14. 2010
 Internet Wirtschaft: Schöne neue Arbeitswelt (Linolschnitt, Klick macht das Bild groß) Dieser Linolschnitt schließt sowohl thematisch als auch formal an den Holzschnitt Mindestlohn ("Mind-est-lohn HAP SPD") an, den ich vor einiger Zeit geschnitten habe.
Beide Schnitte sind auf Stoff gedruckt - "Mindestlohn" lief monatelang in einer Gewerkschaftsausstellung durch verschiedene bayerische Städte. Inzwischen bin ich sehr stolz, sagen zu können, dass der Landesbezirk Bayern von Verdi den Druck angekauft hat. Er hängt nun in München im Gewerkschaftshaus.
"Internet-Wirtschaft" setzt sich mit den Veränderungen auseinander, den die Gruppe der Lohnabhängigen unterworfen ist. Da gibt es die Malocher. Da gibt es die Arbeitslosen, Bier trinkend in den Straßen-Schenken. Da gibt es die kaum zu sehenden Illegalen und auch die Faulen. Und es gibt die Mac-Bewehrten** Überflieger, deren Arbeitsleben in einem anderen Taktschlag verläuft, und die sich dennoch nicht lösen können. Die Überwachung gibt es auch - durchgeführt natürlich ebenfalls von tariflich bezahlten Arbeitnehmern - nicht erst seit der Spitzeaffären bei Deutscher Bahn und Telekom ein Thema.
Für diesen Schnitt habe ich mir eine neue große fette Rolle Zeichenpapier kaufen müssen - ich hatte schlicht nichts, auf das ich meine Testausdrucke hätte machen können - so gross ist der Schnitt geworden. Mit 200 mal 100 Zentimeter ist dieser Maloch (oder Moloch?) mein bislang größtes Werk. Er lag wochenlang bei mir zuhause in meinem Zimmer auf dem Fussboden. Man kann also sagen, ich habe diesen Druck bewohnt.... Aber dazu ist Linoleum ja auch da.
Internet-Wirtschaft: Schöne neue Arbeitswelt, Linolschnitt auf Leinwand, auf Keilrahmen gespannt, 200 x 100 Zentimeter, 950 Euro
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Sunday, February 14. 2010
 Meine liebe Künstlerkollegin Rita Schily von der Black Art Society ist im Senegal gewesen und hat Fotos mitgebracht.
Eines davon haben wir gleich zusammen in einen Linolschnitt mitbverlorener Platte umgesetzt. Insgesamt fünf Exemplare sind etwas geworden. Vier davon habe ich noch...
Sieben-Farben-Linolschnitt von verlorener Platte auf Papier, 10x15 Zentimeter, handsigniert und nummeriert (5 Exemplare).
Tuesday, February 9. 2010
 Ein Linolschnitt für mein neues Buch, dass in meinem neuen Verlag Edition Einhorn erschienen ist: "" Nur das halbe Leben - Geschichten aus der Arbeitswelt. 40 Jahre Werkkreis Literatur der Arbeitswelt"".
Monday, February 8. 2010
 Das dritte Kalenderblatt für 2011. Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Unsere Schiffe gehen unter, aber wir gehen erst einmal baden - und das ist gut so...
Sunday, February 7. 2010
  Das zweite Kalenderblatt für 2011. Der Kampftag der Arbeiterklasse ist der erste Mai. Aber nicht alle können oder wollen daran teilhaben. Die Spaltung ist tief.
Saturday, February 6. 2010
  Das erste einer Serie, aus dem ich eine Kalender-Edition für 2011 machen will.
Der April macht was er will: Mal geht die Konjunktur nach oben, mal nach unten. Mal klettert man, mal fällt man in die Arbeitslosigkeit, wenn die Konjunktur-Blubberblasen platzen.
Thursday, February 4. 2010
  Das Thema heisst nicht nur Bodyscanner. Der Einzelne: ausgeliefert, ausgegrenzt, ausgebeutet - oder: entkleidet von Unterordnung, Bevormundung und Zwang?
So das Thema der Ausstellung im Kunst-Pavillon München 2009.
 Nie war der Mensch nackter als heute: Kaum mit einem Hemd bekleidet landet er als Flüchtling auf dem europäischen Kontinent. Und die, die schon da sind, werden ausgezogen, unter den Nacktscanner gestellt, mit biometrischen Techniken und Hartz-IV-Kontrolleuren entblößt. Gleichzeitig sind die Chancen für die Emanzipation des Einzelnen von dem Korsett gesellschaftlicher Unterordnung so groß wie noch nie in
der Geschichte. Die Ausstellung "Der nackte Mensch" im Kunstpavillion München arbeitet diesen
dialektischen Gegensatz künstlerisch auf. Ich habe dazu einen Linolschnitt gemacht - erst einen Entwurf, dann das Original.
Das Original ist jetzt sehr viel grösser als die 30 x 15 Zentimeter, die dieser Drei-Farben-Schnitt gross sind. Nämlich 2 x 1 Meter.
Thursday, February 4. 2010
 
Eine neue Art des Holzschnitts für mich: Rund 50 Zentimeter hoch und jede Seite zirka 20 Zentimeter dick ist der Block aus Lindenholz gewesen, den ich mir bei Boesner besorgt habe. Darauf habe ich eine Nachfolge-Version meiner "Schönen neuen Internet-Arbeitswelt" geschnitten und fortlaufend diesen gesamten Block insgesamt zweimal abgedruckt. Herausgekommen ist dieser Fries.
Die moderne Gesellschaft ist so ganz anders als die Arbeitswelt der historischen Ägypter, die diese auf Friesen in ihren Pyramiden verewigt haben. Tatsächlich? Der Holzschnitt setzt sich mit der Gleichförmigkeit des Menschen in der modernen Arbeitswelt auseinander - und mit der Trennung der arbeitenden Gesellschaft zwischen die schnelle, neue Internet-Wirtschaft und die Anderen, die Normalen - die Gewinner der Arbeitsplatz-Lotterie, die zunehmend zu den Verlierern werden.
Holzschnitt auf Papier, 50x180 cm, 100 Euro
Holzschnitt auf Leinwand, 210x50 cm 200 Euro
Monday, February 1. 2010
  "Arm und Reich" heißt die Ausstellung im Münchner Gewerkschaftshaus, organisiert vom Verband Bildender Künstler in Ver.di, für die ich diesen Holzschnitt entworfen habe. Es ist der größte, den ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe: 126 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit.
Formal spiele ich mit Typografie und einem arbeitenden (?) Menschen, der mit der Bettelschale herumgeht. Das Wort "Mindestlohn" habe ich in missverständlich so getrennt, dass ein Sinn herauskommt. Es geht um "Mind", also den Gedanken, die Erkenntnis, das Bewußtsein. Und um den Lohn dieses Gedanken. Vielleicht ist auch das Nachdenken über den Lohn der Arbeit das, was dahinter steht. Der Druck soll zum Nachdenken über Begrifflichkeiten anregen.
Meine Inspiration bekam ich von einem Holzschnitt von HAP Grieshaber zur Bundestagswahl 1972 ("Ich bin Demokrat"), auf dem unter anderem eine SPD-Fahne zu sehen ist - was ich dann schon sehr putzig fand ...
Nachtrag: Verdi München hat den Druck auf Stoff inzwischen angekauft.
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