Thursday, February 4. 2010

Eine neue Art des Holzschnitts für mich: Rund 50 Zentimeter hoch und jede Seite zirka 20 Zentimeter dick ist der Block aus Lindenholz gewesen, den ich mir bei Boesner besorgt habe. Darauf habe ich eine Nachfolge-Version meiner "Schönen neuen Internet-Arbeitswelt" geschnitten und fortlaufend diesen gesamten Block insgesamt zweimal abgedruckt. Herausgekommen ist dieser Fries.
In einem weiteren Schritt will ich das Ding noch länger - 210 Zentimeter - machen und auf Stoff drucken. Aber zunächst müssen alle Bilder fertig werden, die ich für mein Buch schneide, das ich in eigenem Verlag unter dem Titel "Zwei halbe Leben - 40 Jahre Weltkreis Literatur der Arbeitswelt" herausgeben werde. Website und Buch macht Manuel, mein Drittältester. Erscheinungstermin soll spätestens im März sein, deswegen habe ich zur Zeit wenig von derselben....
Monday, February 1. 2010
 "Arm und Reich" heißt die Ausstellung im Münchner Gewerkschaftshaus, organisiert vom Verband Bildender Künstler in Ver.di, für die ich diesen Holzschnitt entworfen habe. Es ist der größte, den ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe: 126 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit.
Formal spiele ich mit Typografie und einem arbeitenden (?) Menschen, der mit der Bettelschale herumgeht. Das Wort "Mindestlohn" habe ich in missverständlich so getrennt, dass ein Sinn herauskommt. Es geht um "Mind", also den Gedanken, die Erkenntnis, das Bewußtsein. Und um den Lohn dieses Gedanken. Vielleicht ist auch das Nachdenken über den Lohn der Arbeit das, was dahinter steht. Der Druck soll zum Nachdenken über Begrifflichkeiten anregen.
Meine Inspiration bekam ich von einem Holzschnitt von HAP Grieshaber zur Bundestagswahl 1972 ("Ich bin Demokrat"), auf dem unter anderem eine SPD-Fahne zu sehen ist - was ich dann schon sehr putzig fand ...
Nachtrag: Verdi München hat den Druck auf Stoff inzwischen angekauft.
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Monday, January 25. 2010
 Das Rezept für einen Mondrian-Kuchen, zu finden bei Feastingonarts:
Biskuitteig in Streifen schneiden, mit Lebensmittelfarben einfärben und mit Schokoladenglasur zusammenkleben. In Scheiben schneiden und auf weiße Teller drapieren. Das Ergebnis:
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Sunday, January 10. 2010
 Fast zwei Wochen war ich über Sylvester it meiner Liebsten in der Türkei in Urlaub. Während es hier Minusgrade hatte, aalten wir uns bei über 20 Grad am Pool. Alanya - Du hast es besser.
In dieser Zeit sind vier Linolschnitte entstanden. Drei von meinem neuen Projekt - einem Kalender zum Thema "Arbeitswelt". Doch davon später. Und dieses hier, weil der Urlaub zu zweit doch schon sehr schön war, deswegen diese Liebeserklärung an Gerti.
An meinem letzten Urlaubstag, zurück im kalten München, habe ich den Schnitt angedruckt - auf handgeschöpftes Papier, das mir Franz Thaler von der ehemaligen MD Dachauer Papierfabrik geschenkt hat. Es ist sehr saugfähig, da kommen die Drucke bei diesem sehr kontrastreichen Druck sehr schön.
Linolschnitt auf Papier, DIN-A5, Künstlerdruck, handsigniert und nummeriert, 10 Exemplare, 75 Euro
Monday, September 28. 2009
  Ich habe gelernt: Es gibt zwei Sorten von Linoleum. Die eine Sorte gibts im Kunstladen (und bei den Linoleum-Herstellern). Die ist ziemlich dick und relativ weich. Und dann gibt es die harte Sorte, die eigentlich ausschließlich für strapazierfähige Fußbodenbeläge fabriziert wird.
Aus letzterer habe ich meinen aktuellen Linolschnitt gemacht. Bin froh, dass es sich nur um ein paar Linien gehandelt hat - denn er ist in der Tat sehr schwer zu schneiden, scheint aber auch nicht so leicht kaputt zu gehen, wenn man ein paar Drucke gemacht hat (das weiche Linoleum bröselt relativ schnell, wenn man nicht sehr flach schneidet).
Weiteres Problem: Das DIN-A-Stück, dass ich für diesen Schnitt hatte, war kohlrabenschwarz. so dass ich die Schnitte eigentlich überhaupt nicht gesehen habe. Ich habe mir dann mit Tafelkreide geholfen, die ich in die Schnitte hinein gerieben habe - da konnte ich wenigstens irgend etwas sehen ....
 Inhaltlich ist das eine Neuauflage eines alten Linolschnitts, den ich vor ein paar Jahren schon mal gemacht habe. Liegender Akt stammt immerhin schon aus dem Jahr 2006. Die neue Version gefällt mir besser, weil sie noch mehr reduziert ist - wie im Vergleich zu sehen ist.
"Akt von unten", Linolschnitt auf Papier, 29x21 Zentimeter, handgedruckt, signiert und nummeriert (30 Exemplare); 75 Euro
Tuesday, September 22. 2009
 Bei diesem neuen Linolschnitt von mir habe ich zum ersten Mal eine andere Hochdruckfarbe ausprobiert: Eine ölbasierierte von Gerstaecker statt der üblichen wasserbasierten, die ich normalerweise immer bei Boesner kaufe. Der Unterschied ist frappierend.
Auf dem selben Papier liefert die ölbasierte Farbe einen viel klareren, exakten Druck - da verläuft nichts, die feinen Linien schmieren nicht zu - die Qualität ist einfach zum verlieben. Ich habe diese Society-Lady auf Japanpapier gedruckt und vorsichtig abgerieben, damit die Konturen erhalten bleiben - in der Vergrößerung könnt ihr Euch das ja mal ansehen.
Society-Lady, Linoldruck auf Japanpapier, 58 x 44 Zentimeter, handgedruckt, einzeln nummeriert und signiert, 75 Euro.
Monday, September 14. 2009
  Im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt arbeitet die Künstlerin Gabi Anders. Aus deren Roman "Weißschwarz" (Magie-Verlag, 121 Seiten, 10 Euro, ISBN 3-936583-09-9) habe ich zwei Linolschnitte realisiert.
In diesem Roman lernet der Leser eine Frau kennen, die kompromisslos unabhängig leben will, die sich in den Beziehungen zu Männern und in den politischen Auseinandersetzungen der 70er und 80er Jahre einen eigenständigen Weg sucht.
Das Gedicht "Kommunistenluder" hat mich zu diesem ersten Linolschnitt inspiriert:
Früher einmal
Ging ich jede Nacht aus
Verabredet mit der Welt
Führte ich ein wildes Leben
Der lange seidige Rock
Umspielte meine Hüften
Während ich Lenins Imperialismustheorie
Diskutierte un danach
in Wirtshäusern verschwand
Früher einmal
Brauchte ich
Eigentlich nichts zum Leben
Wenn mich nur keiner Fräulein nannte
Die erste am Morgen
Obwohl mich die Kälte vor dem Betriebstor biss
(russische Winter stelle ich mir schrecklich vor)
Mahnwache stehen und Faschisten jagen
Am Sonntagabend Anweisungen geben
Für die kommende Woche
Während ein Genosse schlief
Bot ich dem Wind die Stirn
Heute
Sitze ich still an meinem Schreibtisch
Lausche dem fernen Autolärm und
Dem Gekreisch der Katzen vor dem Haus
Den Tag hinter mich bringen
Ohne Termin
Schweigend einen Namen formen
Von einem
Der nicht kommt
Als wäre ich
Nicht ich
Der zweite Schnitt Weiss-schwarzes Paar in italienischem Dorf bezieht sich auf einen Beziehungsstreit zwischen Mann und Frau, der auf einer Italienreise stattfindet.
Ich hoffe ich habe den männlich-weiblichen Antagonismus getroffen ....
Beide Linolschnitte sind 14x17 Zentimeter groß und in einer Auflage von 25 Exemplaren gedruckt.
Sunday, September 6. 2009
 Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an einen Holzschnitt gemacht, weil ich noch eine Sperrholzplatte übrig hatte. Entstanden ist dieser Schnitt einer liegenden Schönen.
Den Andruck habe ich gleich mit zwei Varianten gestaltet: Einmal habe ich direkt den Hintergrund rot gedruckt, beim zweiten habe ich komplett schwarz gedruckt, die rote Farbe kam allerdings überall dort durch, wo Schwarz nicht gedeckt hat:
Während bei der roten Variante die Gedanken schon eher bei einer Landschaft (vielleicht: einer Vulkan-Landschaft?) sind, hat die schwarze Version eindeutig die Frau im Fokus.
Beide Versionen sind auf Japanpapier gedruckt. Weil dieses Papier sehr dünn ist, sind beide Drucke sehr sehr satt und die Kontaste entsprechend hart.
Ebenfalls sehr hübsch sieht der Druckstock aus (wenn auch, was seine Natur ist, mit seitenverkehrtem Motiv). Das Rot kommt auch hier durch, weil beim Andruck die jeweils zuerst verwendete Farbe tief ins Holz einzieht. Als Wandschmuck sieht er sicher nicht schlecht aus, ich habe sicherheitshalber mal Aufhänger an der Rückseite angedracht:
Holzschnitt auf Japanpapier, 90 mal 24 Zentimeter, Künstler-Handdruck, nummeriert (25 Exemplare) und signiert, jeweils 75 Euro. Druckstock Holz 300 Euro.
Friday, September 4. 2009
 Eine Liebe, symbolosiert durch einen innigen Zungenkuss zwischen einem unschuldigen Mädchen und einem Ungeheuer - ganz offensichtlich männlich. Das ist Inhalt meines jüngsten Linolschnitts, mit dem ich mich zum einen mit dem Thema "ungleiche Partnerschaften" auseinandersetzen möchte. Es geht um die Liebe, die alle Grenzen überwindet. Es geht um den Antagonismus zwischen Mann und Frau, zwischen der Lust und der Unschuld.
Aber vor allem geht es darum, dass die Liebe die Ausgrenzung, das Andere überwinden kann. Insoweit ein sowohl optimistisches als auch erotisches Bild - aber gehören die beiden Adjektive nicht ohnehin immer zusammen?
Von diesem Schnitt habe ich genau 25 Exemplare produziert. Sie gibt es - als Linolschnitt auf Papier 41x40 Zentimeter - handgedruckt, einzeln nummeriert und signiert für jeweils 75 Euro. E-Mail an mich genügt.
Friday, August 21. 2009
 Auch dieser Linolschnitt ist in Tunesien entstanden und zeigt die Künstlerstadt Sidi Bou Said. Der Touristenort ist vor allem durch seine schönen Farben und das Café des Nattes bekannt, das durch ein Aquarell August Mackes seine Berühmtheit erlangt hat. Ein typisch maurisches Café, in dem ich mit meiner Liebsten gesessen bin und Pfefferminztee mit Pinienkernen getrunken habe (lecker!).
Sidi Bou Saïd ist auch ein Treffpunkt für Künstler, und ist bekannt für seine Architektur mit den alten restaurierten Palästen. Besonders auffällig ist, dass die Häuser durchwegs weiss, die Türen, Balkone und Fenstergitter allesamt blau gestrichen sind, so dass zusammen mit dem Himmel ich davon ausging, dass zwei Farben reichen: das Weiß des Papiers und das Blau des Drucks.
Linoldruck auf Papier, 14x19 Zentimeter, vier handsignierte und nummerierte Künstlerdrucke. Jeweils 75 Euro.
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