Linoldruck lernen Schritt für Schritt

Der letzte Schritt ist die Nummerierung und das Künstler-Signet

Jetzt ist er fertig, der Linoldruck. Als letzten Schritt muss der Künstler nun noch drei Dinge tun:

  1. Er muss jeden einzelnen Abzug signieren
  2. Er muss jeden einzelnen Abzug nummerieren
  3. Er muss jeden einzelnen Abzug titulieren

Der Abzug ist das einzelne, durch den Linoldruckprozess entstehende Blatt, die Gesamtzahl der Abzüge nennt man „Auflage“. Die Höhe der Auflage zu bestimmen, kann der Künstler selber. Bei Hochdruckgrafiken liegt die Auflage meistens zwischen 20 und 100 Abzügen. Weil ich alle Abzüge als Handdruck herstelle, beschränke ich mich meistens auf 20 bis 30 Exemplare. Bei verlorenen Schnitten werden die Abzüge, die dann nicht schön sind, einfach abgezogen, so dass ich auch schon mal auf krumme Werte komme. Die Limitierung der Auflage kann ja auch eine Wertfeststellung sein: Je niedriger die Auflage, desto wertvoller ist der Abzug.

Sind die Abzüge einer Auflage und die begleitenden Probe- und Künstlerabzüge hergestellt, ist es üblich, die Platte unbrauchbar zu machen. Die handgeschriebene Unterschrift unter einem Werk des betreffenden Künstlers verbürgt, dass es sich um ein Original handelt. Für die Signatur wird meistens Bleistift verwendet, weil eine Bleistiftsignatur nur schwer wegzuradieren oder zu verändern ist, ohne dabei die Papierfasern zu beschädigen. Die Signatur wird üblicherweise in der unteren rechten Ecke angebracht. Der etwaige Titel der Grafik steht in der Mitte.

Die Auflage wird der Druckfolge nach durchnummeriert und enthält immer auch die Gesamtzahl. Ein Linoldruck, der die Nummerierung „15/35“ trägt ist der 15. Druck aus einer Auflage von 35. Es gibt Sammler, die spezielle Abzüge sammeln, beispielsweise immer den elften. Die Nummerierung wird üblicherweise in der unteren linken Ecke des Abzuges vermerkt.

Wenn man will, kann man seine Drucke danach noch rahmen. Dazu benötigt man einen Bilderrahmen sowie ein Passepartout aus alterungsbeständigem Karton. Der Ausschnitt sollte dabei so groß sein, dass die Unterschrift und die Nummerierung zu sehen ist.


Der komplette Kurs Linoldruck


  1. Checkliste Linolschnitt: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Drucken mit Linolplatten
  2. Die Skizze
  3. Der Übertrag auf die Linolplatte
  4. Die ersten beiden Linoleum-Platten
  5. Die erste Linoldruckplatte wird geschnitten
  6. Die Konturen-Platte wird geschnitten
  7. Der erste Andruck
  8. Per Umdruck zur dritten Platte
  9. Eine weitere Farbplatte für den Mehrfarben-Druck entsteht
  10. Druckfarben anmischen
  11. Der erste Druckgang
  12. Die Drucke trocknen lassen
  13. Transparente Farben zum Überdrucken
  14. Der Puzzle-Druck mit mehreren Farben
  15. Der Eindruck der Schmuckfarbe
  16. Die Konturen-Druckplatte
  17. Der Konturen-Druck
  18. Der fertige Auflagendruck

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