mindeslohn-joachim-graf„Arm und Reich“ heißt die Ausstellung im Münchner Gewerkschaftshaus, organisiert vom Verband Bildender Künstler in Ver.di, für die ich diesen Holzschnitt entworfen habe. Es ist der größte, den ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe: 126 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit.

Formal spiele ich mit Typografie und einem arbeitenden (?) Menschen, der mit der Bettelschale herumgeht. Das Wort „Mindestlohn“ habe ich in missverständlich so getrennt, dass ein Sinn herauskommt. Es geht um „Mind“, also den Gedanken, die Erkenntnis, das Bewußtsein. Und um den Lohn dieses Gedanken. Vielleicht ist auch das Nachdenken über den Lohn der Arbeit das, was dahinter steht. Der Druck soll zum Nachdenken über Begrifflichkeiten anregen.

Meine Inspiration bekam ich von einem Holzschnitt von HAP Grieshaber zur Bundestagswahl 1972 („Ich bin Demokrat“), auf dem unter anderem eine SPD-Fahne zu sehen ist – was ich dann schon sehr putzig fand …

Nachtrag: Verdi München hat den Druck auf Stoff inzwischen angekauft.
Holzschnitt auf Leinwand, 126×60 Zentimeter, Künstlerdruck, 150 Euro

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