Kommunistenschlampe - Linolschnitt

Kommunistenschlampe – Linolschnitt

Im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt arbeitet die Künstlerin Gabi Anders. Aus deren Roman „Weißschwarz“ (Magie-Verlag, 121 Seiten, 10 Euro, ISBN 3-936583-09-9) habe ich zwei Linolschnitte realisiert.

In diesem Roman lernet der Leser eine Frau kennen, die kompromisslos unabhängig leben will, die sich in den Beziehungen zu Männern und in den politischen Auseinandersetzungen der 70er und 80er Jahre einen eigenständigen Weg sucht.

Das Gedicht „Kommunistenluder“ hat mich zu diesem ersten Linolschnitt inspiriert:

Früher einmal
Ging ich jede Nacht aus
Verabredet mit der Welt
Führte ich ein wildes Leben

Der lange seidige Rock
Umspielte meine Hüften
Während ich Lenins Imperialismustheorie
Diskutierte un danach
in Wirtshäusern verschwand

Früher einmal
Brauchte ich
Eigentlich nichts zum Leben
Wenn mich nur keiner Fräulein nannte
Die erste am Morgen
Obwohl mich die Kälte vor dem Betriebstor biss
(russische Winter stelle ich mir schrecklich vor)
Mahnwache stehen und Faschisten jagen
Am Sonntagabend Anweisungen geben
Für die kommende Woche
Während ein Genosse schlief
Bot ich dem Wind die Stirn

Heute
Sitze ich still an meinem Schreibtisch
Lausche dem fernen Autolärm und
Dem Gekreisch der Katzen vor dem Haus
Den Tag hinter mich bringen
Ohne Termin
Schweigend einen Namen formen
Von einem
Der nicht kommt
Als wäre ich
Nicht ich

weiß-schwarzes-Paar in italienischem Dorf - Linolschnitt

weiß-schwarzes-Paar in italienischem Dorf – Linolschnitt

Der zweite Linolschnitt ‚Weiss-schwarzes Paar in italienischem Dorf‘ bezieht sich auf einen Beziehungsstreit zwischen Mann und Frau, der auf einer Italienreise stattfindet.

Ich hoffe ich habe den männlich-weiblichen Antagonismus getroffen ….

Linolschnitt auf Paper, jeweils 14×17 Zentimeter groß und in einer Auflage von 25 Exemplaren gedruckt.

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